Bericht 6.Woche #Plastikfasten

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Was hat Plastik mit Mobilität zu tun, fragt sich vielleicht die eine oder der andere. Aber nach kurzem Überlegen fallen mehrere Zusammenhänge zu Plastik auf, sei es, wenn wir selbst unterwegs sind, oder wenn Dinge zu uns geschickt werden.

Mikroplastik wird meistens mit Kosmetik assoziiert, doch tatsächlich ist der Reifenabrieb aus dem (Auto-)Verkehr mit 998 g pro Kopf und Jahr Hauptquelle von Mikroplastik (Studie des Fraunhoferinstituts für Umwelt, Sicherheit und Energietechnik).

Dieser Abrieb landet in Böden und Wasser. Natürlich reiben sich auch von Fahrradreifen und Schuhsohlen Plastikpartikel ab, aber weit weniger als von vier breiten Autoreifen.

So lässt sich also beim Rad fahren, Laufen und Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel im Vergleich zum Auto fahren Plastik vermeiden!

Wer viel Rad fährt, muss dieses auch öfter mal warten und reparieren. Dafür gibt es in Marburg neben zahlreichen Fahrradläden auch drei Mitmachwerkstätten, in denen jede*r mit etwas Hilfestellung sein*ihr Rad flott machen kann: nämlich die Hobbyradwerkstatt der Sozialen Hilfe Marburg (Cappel), RADikate (Heusingerstr.) und neu Radau (Schwanhof).

Auf Reisen sind kleine Behälter für Kosmetik sehr praktisch, aber eigentlich nur unnötige Plastikverpackung. Durch feste Kosmetik in Gläschen lassen sich die Verpackungen ersetzen. Eine Seifendose nimmt nicht mehr Platz weg als ein Shampoofläschchen. Außerdem können wir sie wieder befüllen, anstatt sie neu zu kaufen. Hier ist es auch wichtig, die Packungen möglichst nicht zu nutzen, wenn sie beispielsweise im Hotel angeboten werden (das erste zero-waste R – refuse, alles zu den Zero Waste Rs könnt ihr z.B. hier noch einmal nachlesen: https://zerowasteswitzerland.ch/de/aufgabe/die-zerowaste-initiative-die-...).

Außerdem helfen Stoffbeutel, Dose, Wachstuch, Kaffeebecher und Mehrwegbesteck, wenn wir unterwegs sind und sie nehmen nicht viel Platz weg. Ein mit Liebe vorbereitetes Essen in der eigenen Box mitgebracht schmeckt auch in der Ferne. Wenn zum Vorbereiten keine Gelegenheit ist, können wir statt eines schnellen Snacks to go unser Mittagessen in Ruhe vor Ort in einem Restaurant genießen.

Manchmal sind nicht wir selbst, sondern Dinge für uns mobil, z.B. wenn wir etwas online bestellen, was sich manchmal vielleicht nicht vermeiden lässt, oder auch, wenn Produkte in die Läden geliefert werden. Besonders im Versandhandel kommt oft ganz schön viel Plastikverpackung zum Einsatz. Das muss aber nicht sein, denn Recyclingpappe und –Papier polstern oft genauso gut und Boxen können mehrfach verwendet werden. Listen mit Online-Händlern, die plastikfreien Versand grundsätzlich oder auf Wunsch anbieten, gibt es etwa im Internet auf Zero Waste Blogs. Außerdem können wir unsere Supermärkte darauf aufmerksam machen, in ihren Lieferketten Plastik zu sparen.

Für Nachhaltigkeit sollten wir aber auch auf Anderes achten, wie z.B. kurze und wenige Transportwege. Ein großes Paket ist u.U. besser als zwei kleine – so können wir uns bei Bestellungen mit unseren Freund*innen zusammen tun, oder uns Großpackungen von haltbaren Produkten teilen.