Bericht 3.Woche #Plastikfasten

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In der dritten Woche unserer Plastikfastenaktion haben wir uns damit beschäftigt, Plastik im Haushalt zu vermeiden.

So wollten wir in einem ersten Schritt erst einmal darauf achten, wo uns im Haushalt Plastik begegnet, um in einem zweiten Schritt Möglichkeiten zu dessen Reduzierung bzw. Vermeidung zu suchen. Einen großen Teil nahm dabei das Thema Putzen ein. Wir fragten uns, ob Reinigungsmittel in der Plastikverpackung ersetzt werden können, entweder durch selbst hergestellte oder solchen in Papierverpackung.

Viele Gegenstände, die wir jeden Tag benutzen, sind ganz oder teilweise aus Plastik. Uhren, Lampen, Stifte, Küchengeräte, oder auch viele Matratzen – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Ein Großteil des Plastiks erschien uns überflüssig, schließlich führte erst der Aufschwung des Plastiks in den 1950er Jahren zum Ersetzen vieler Gegenstände durch Plastik. Sie alle aus dem Haus zu verbannen ist natürlich keine Lösung und wäre Verschwendung, jedoch können wir darauf achten, sie durch möglichst plastikfreie Alternativen zu ersetzen, wenn sie einmal nicht mehr zu reparieren sind oder uns bei Neuanschaffungen generell fragen, ob wir die Dinge überhaupt brauchen. Teilen, leihen und gebraucht kaufen sind hier die umweltfreundlicheren Möglichkeiten.

Beim Putzen sind Holzschrubber, Handfeger aus Holz mit Naturborsten, Blechschaufel, Baumwollputzlappen (z.B. aus alten T-Shirts), Spülbürsten aus Holz mit wechselbarem Kopf aus Naturborsten oder ein gehäkelter Spülschwamm aus grober Hanfschnur bewährte plastikfreie Haushaltshelfer. Außerdem gibt es beutellose Staubsauger, die weniger Müll verursachen. Um Reinigungsmittel in Pappkartons zu finden, muss man manchmal etwas suchen, in einer Stadt mit mehreren Einkaufmöglichkeiten gibt es aber unserer Erfahrung nach Angebote. Zur Not helfen Onlineshops, in denen ökologische Putzmittel in Großpackungen bestellt werden können, welche dann auch mit anderen geteilt werden können, damit sich der Versand lohnt.

Wer etwas Zeit hat und genau wissen möchte, welche Chemikalien ins Haus kommen, kann Putzmittel selbst herstellen. Rezepte gibt es massenweise auf Blogs zum Thema Zero Waste. Ein schnell hergestellter Alleskönner für Küche, Bad, Böden und Fenster ist z.B. Essigreiniger aus Essigessenz, Wasser, Zitrusschalen oder Duftöl für den Geruch und evtl. etwas Spülmittel. Weitere Hausmittel wie Natron und Zitronensäure helfen bei groben Verschmutzungen und auch der Abflussreinigung. Des Weiteren kann Kernseife zu Geschirrspülmittel oder Waschmittel verarbeitet werden.

Für die Schuhpflege können ebenfalls Holzbürsten verwendet werden, um Schuhcreme aus Metalldosen aufzutragen, obschon diese immer seltener zu kaufen ist. Vielleicht können wir gemeinsam als Verbraucher*innen aber den Handel dazu bringen, plastikfreie Verpackungen wiedereinzuführen? Dabei sollte allerdings nochmal auf die Ökobilanz der Verpackungsarten geachtet werden.

Zum Imprägnieren eignen sich anstelle von Sprays Fettcremes aus Fahrradläden, die für Ledersättel genommen werden.

Im Büro können wir z.B. Kugelschreiber mit ersetzbaren Minen und Schaft aus Pappe verwenden (dazu gehört auch, kostenlose Plastikstifte abzulehnen), Buntstifte aus Holz und wieder befüllbare Textmarker benutzen oder für den Füller anstatt Plastikpatronen einen Tank zum Aufziehen aus einem Tintenfass verwenden. Klebefilm oder Flüssigkleber aus der Tube sollten sparsam verwendet werden. Hefter und Boxen gibt es aus Pappe und auch Briefumschläge sind dank Pergamentpapier durchsichtig zu haben.

In der Küche merkten wir, dass es eigentlich sehr einfach ist, die meisten Utensilien, die aus Plastik sind, durch Holz, Metall oder Keramik zu ersetzen, außer jedoch Elektrogeräte. Beispiele wären Messer mit Holz- statt Plastikgriff, Metall- statt Plastikschüsseln oder Zitruspressen und Kaffeefilter aus Keramik. Brot- und Aufbewahrungsdosen gibt es aus Metall, sie wiegen sogar nicht viel und es gibt sie auch auslaufsicher mit Dichtung.

Doch Plastik ist manchmal nicht so leicht zu erkennen. Backpapier ist mit Silikon beschichtet. Deshalb gehört es auch in die Restmülltonne. Wer nicht das Backblech einfetten will, findet allerdings in Ökoläden biologisch abbaubares Backpapier.

Frischhaltefolie kann durch einen umgedrehten Teller als Deckel für eine Schüssel oder durch häufig wiederverwendbare Wachstücher ersetzt werden, welche es zu kaufen gibt oder selbst herzustellen sind aus Baumwollstoff (z.B. ein altes T-Shirt) und Bienenwachs oder vegan aus Carnaubawachs.

Wie immer gilt auch im Haushalt für das Plastik-Fasten: verzichten, reduzieren, auf Alternativen umstellen und lange nutzen! :)