Atomkraft? Nein Danke!

Media

Der fünfte Fukushima-Jahrestag am 11.03.16 naht. Am 26. April ist auch Tschernobyl 30 Jahre her. Doch beide Katastrophen sind nicht Vergangenheit, sondern zeigen ihre fatale Wirkung bis heute. Und sie können sich jederzeit wiederholen, wenn unsere Politiker international weiter an der Atomenergie festhalten. Zahlreiche Studien und Untersuchungen belegen, dass radioaktive Belastungen des Pazifiks vor Fukushimas Küste gravierende Folgen für die Umwelt haben, die noch Jahrhunderte andauern werden. Genetische Mutationen in der Tier- und Pflanzenwelt und Kontaminationen sind nur ein paar der vielen Faktoren, die die Gefahren und Folgen der Atomkraft unterstreichen. Spätestens nach den Berichten über den gravierenden Störfall im französischen Reaktor Fessenheim sollte klar sein: Der Ausstieg aus der Atomkraft und eine Energiewende, auch in Japan, sind nach wie vor notwendig. Uranabbau und Atommüllendlagerung sowie der Betrieb der Atomkraftwerke sind eine leider immer noch unterschätzte Gefahr für Mensch und Umwelt – und Alternativen gäbe es genug.

Unsere Aktion in Marburg am 05.03.2016 hat allerdings gezeigt, dass bei sehr vielen Menschen ein hohes Interesse  daran besteht, den Ausstieg aus der Atomkraft so schnell wie möglich international herbeizuführen. Dies gilt nämlich nicht nur für Deutschland, wo die Bundesregierung den Atomausstieg bis Ende 2022 beschlossen hat – was noch nicht heißt, dass es so kommt –, sondern auch für die japanische Regierung, die momentan das Gegenteil in ihrer Energiepolitik betreibt. Die Atomlobby und die großen Energieversorger versuchen, die Energiewende und den Ausstieg aus der Atomkraft zu verzögern, indem sie auf Netzausbau oder vermeintlich explodierende Kosten verweisen.

Greenpeace Marburg hat zahlreiche Unterschriften und Stimmen gesammelt, um dem japanischen Botschafter und der Bundesregierung mitzuteilen, dass weder die Menschen in Deutschland noch in Japan bereit sind, den hohen Preis zu zahlen, den Atomenergie ohne erkennbaren Nutzen einfordert: Vermeintlich dekontaminierte Gebiete sind nach wie vor hoch strahlenbelastet – und das muss ein Ende finden. Sehr schnell waren keine Postkarten mehr übrig und in der Oberstadt haben sich zwischen den interessierten Marburgern und der Greenpeace-Gruppe vor Ort tolle Diskussionen und Gespräche ergeben.

 

Tags